Kinderschutzbund unterstützt „echt krasse“ Ausstellung für Schüler

Prävention gegen sexuelle Gewalt an der Gemeinschaftsschule in Ratzeburg.

Wo hört der „Spaß“ auf, wenn es um Sexualität bei Jugendlichen geht? Eine interaktive und begleitete Ausstellung vom Petze-Institut stand Schülerinnen und Schülern in Ratzeburg zur Verfügung. Möglich gemacht hat das auch der Kinderschutzbund.

Gemeinsam mit der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Ratzeburg, Mana Clasen, hat der Kreisverband Herzogtum Lauenburg des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB) es ermöglicht, dass dieser Themenkomplex altersgerecht zu Reflexionen und Gesprächen einladen soll.

„Es lohnt sich, diese Ausstellung zu besuchen, denn sie trifft das, was die Schülerinnen und Schüler der älteren Jahrgänge bewegt“, sagte Henning Nitz, Schulleiter der Gemeinschaftsschule Lauenburgische Seen (GLS) in Ratzeburg. Gewaltprävention sei an der GLS im Fokus und diese Ausstellung sei etwas sehr Besonderes. „Die Denkanstöße und Handlungsempfehlungen sind hier sehr konkret“, so Nitz.

„Echt krass“ nennt sich die Ausstellung des Petze-Instituts für Gewaltprävention in Kiel. An fünf Erlebnisstationen werden auf für Jugendliche ansprechende Art und Weise Prinzipien der sexuellen Selbstbestimmung vermittelt. „Die Jahrgänge der achten bis zehnten Klasse werden klassenweise mit ihren Lehrkräften die Ausstellung besuchen und wir werden immer präsent sein und die Schüler anschließend begleiten“, sagte Barbara Stellingwerf zu Beginn der Ausstellungswoche. Gemeinsam mit Anna Neuschulz ist Stellingwerf Schulsozialarbeiterin an der GLS. „Das Thema ist brandaktuell. Es geht um das Bewusstwerden von Verhalten. In Einzelgesprächen haben wir immer wieder damit zu tun, weiß Anna Neuschulz.

Das bestätigte Franz Albracht, Vorsitzender des DKSB-Kreisverbands. „Die Thematik ist immer aktuell und die Schülerinnen und Schüler nehmen diese Ausstellung gut an, weil sie direkt vor Ort aktiv werden können“, so Albracht. Gustaf Dreier, Schulrat i.R. und ebenfalls Mitglied im DKSB, sagte: „Kinder haben heute sehr früh einen freien Zugang zu Gewalt und Pornografie im Internet und bekommen oft völlig falsche Vorstellungen. Es ist eine wichtige Aufgabe, die richtigen Wege einzuleiten.“

Um diese Aufgabe zu bewältigen, ist „Echt krass“ ein wichtiger Baustein. Davon überzeugten sich bei einer ersten Begehung auch Gleichstellungsbeauftragte Mana Clasen und Fachbereichsleiterin Maren Colell von der Stadt Ratzeburg.

„Es ist nicht einfach, diese Ausstellung in eine Schule zu bekommen, denn es kostet Geld“, sagte Schulleiter Henning Nitz und dankte der Gleichstellungsbeauftragten und dem Kinderschutzbund für die hälftige Übernahme der Kosten von insgesamt 1000 Euro.

„Mit unseren 500 Euro aus Spendengeldern für dieses wichtige Thema setzen wir unsere langjährige Verbindung zur Gemeinschaftsschule gerne fort“, sagte Kinderschutzbundvorsitzender Franz Albracht.

Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Mana Clasen (links) und 1. Vorsitzender Kinderschutzbund Franz Albracht, die Schulsozialarbeiterinnen Barbara Stellingwerf (rechts) und Anna Neuschulz sowie Schulleiter Henning Nitz
Kinderschutzbund-Vorsitzender Franz Albracht und Mitglied Gustaf Dreier verschafften sich vor Ort einen Eindruck
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